Einfach aktuell

Verschluckt – is(s)t vermeidbar

Probleme mit dem Schlucken? Oder sogar Schluckstörungen? Das kann Jeden treffen. Sei es bei einer Mandelentzündung oder heftigen Halsschmerzen oder bei schwerwiegenden Erkrankungen wie ALS, Folgen von Schlaganfällen oder auch bei demenziellen Erkrankungen.

Müssen es dann immer Apfelmus oder gleich schmeckende, dickere Cremesuppen aus der Tüte sein? Kurzfristig sicher kein Problem, aber was und wie kann ich über einen längeren oder gar lebenslangen Zeitraum einen abwechslungsreichen, optisch ansprechenden, schmackhaften und vollwertigen Essalltag sicherstellen?

Darauf hat ein wertgeschätzter Kollege von mir, Antworten und Beispiele aus der Praxis.

 Matthias Zöpke ist Diätassistent und Vizepräsident des Verbandes der Diätassistenten. Er ist spezialisiert in der onkologischen, nephrologischen und parenteralen Ernährungstherapie.

 Ich habe ihn um einen Gastbeitrag gebeten

„Ich bin gelernter Koch, habe in Mecklenburg im Schlosshotel Fleesensee gelernt. Anschließend habe ich in der Küche des Restaurant „Friedrichs“ und „Relish“ gearbeitet, bevor ich mich entschloss Diätassistent zu werden.“

Essen begleitet uns das gesamte Leben. Es ist spannend, verschiedene Konsistenzen, Texturen, Temperaturen, Geschmäcker und Lebensmittel zu kombinieren. Wenn wir bestimmte Gerüche wahrnehmen, ploppen sofort Erinnerungen vor unserem inneren Auge auf. Dieser Stimulus bleibt auch im Alter erhalten. Wie oft sind positive Erinnerungen an Gerichte geknüpft. Umso verwerflicher finde ich es, wenn man auf Grund einer Schluckstörung nur noch einen Einheitsbrei serviert bekommt.

Schon als Koch war ich der Meinung „Essen regt zum kreativen Spielen an.“

Um das Beste aus meinen Berufen zu kombinieren, spielte ich also vor ein paar Wochen mit Lebensmitteln und bekannten Geschmäckern. Und das ist dabei herausgekommen:

Gurkensalat, Tomate-Mozzarella auf Ciabatta, Mokka-Schaum und Rote-Beete-Rohkost“ für Menschen mit Schluckstörungen – neu kreiert.

Ich muss gestehen, es braucht ein paar Küchenutensilien und das ein oder andere Zauberpulver. Vieles von den benötigten Sachen sind mir aus der Molekularküche bereits bekannt. Das Einzige, was sich ändert, ist der Grund der Verwendung.

Gebraucht wird ein Pulver, das Flüssigkeiten andicken kann, aber gleichzeitig nicht von der Amylase des Speichels zersetzt wird. Hier gibts es verschiedene Anbieter. Ich selber verwende das Produkt von „Nutricia“ ThickenUp.

Meine Mutter sagte zu mir als Kind immer „Gekostet wird“ – das gilt auch, wenn ich für Menschen etwas zubereite. Ich muss wissen wie es schmeckt.

Für alle Leser dieses Blogs, sind Sie es sicherlich gewohnt, Rezepte hier zu finden. Für diese Art von Essen ist Freestyle angesagt. Der Grund dafür? Ganz einfach. Je nachdem wie stark die Schluckstörung ist, muss das Essen oder Trinken viskos sein. Ich habe alle verwendeten Speisen homogen und breiartig angedickt.

Gurkensalat:

Zutaten:

  • 2 Salatgurken
  • Balsamico Bianco
  • 1 Schalotte
  • Salz, Pfeffer,
  • 150g Schmand
  • 1 Bio-Zitrone
  • Andickpulver (z.B. von Nutricia, ThickenUp)

Zusätzlich: Pürierstab oder Standmixer und ein feines Küchensieb.

Gurken fein schneiden oder reiben, in eine Schüssel geben. Schalotte in feine Würfel schneiden. Gurken, Schalotte mit Salz und Pfeffer, Essig würzen, Gurken und Gewürze kneten und ca. 1h stehen lassen, damit das Gurkenwasser antreten kann. Schmand mit Zitronensaft abschmecken. Gurken mit dem Gurkenwasser in einen Standmixer geben und fein pürieren. Gurkenpüree durch ein feines Sieb streichen damit die Masse glatt und homogen ist. Je nach Gurkenmasse 4-8 Messlöffel „ThickenUp Pulver“ dazu geben. Es sollte sämig bis breiartig sein. Zum Anrichten empfehle ich, auf Grund des Farbspieles, ein Glas mit breiter Öffnung. Gurkenmasse und Schmand abwechselnd in das Glas schichten.

Weitere Rezepte folgen…. Seien Sie gespannt

Gutekensalat, geschichtet

Erdbeerduft liegt in der Luft

Die rote Farbpracht ist nicht zu übersehen, ob auf den Märkten, an den vielen Straßenständen oder auf dem Feld zum Selberpflücken. Am Besten schmecken sie frisch von der Hand in den Mund. Verarbeitet als Lieblingsmarmelade der Deutschen oder in Desserts aus Joghurt, Quark und Pudding zählen sie zu den beliebtesten Obstsorten. Ich habe sie spontan zu Marmelade verarbeitet. Dieser liebliche Duft durchzog die ganze Wohnung und machte Vorfreude auf frisch gekochte Erdbeermarmelade. Ich habe die Früchte leicht püriert, mit Gelierzucker 2:1 gemischt und mit einem großzügigen Schuß Limoncello aufgepeppt. Nach ein paar Minuten kam sie dampfend in vorbereitete Gläser und bald als kleine Mitbringsel zu Freunden.

 

Low Carb – oder die Kohlenhydratphobie

Eines ist ganz klar, wenn Lebensmittel weggelassen werden, sind weniger Kalorien das Ergebnis!

Eindrucksvoll sind häufig die Bemerkungen am Rande eines Buffets, im Restaurant oder in der Kantine – „ich verzichte auf Brot, Kartoffeln und Nudeln – denn die machen dick. Das fällt mir auch gar nicht schwer“. Stolz wird dann der mit Fleisch, Fisch, einer üppigen Menge Salate gefüllte Teller zum Platz getragen. Aber fehlt da nicht doch etwas?

Low Carb richtig verstanden heißt:

Verzichten auf schnell verdauliche Kohlenhydrate wie Zucker, gesüßte Getränke, Süßigkeiten, helle Backwaren.

Mahlzeiten und keine Snacks essen, bedeutet alle 3-4- Std. etwas essen und nicht ständig naschen (damit der Insulinspiegel keine Kapriolen schlägt und so die Fettverbrennung behindert).

Jede Mahlzeit sollte eine Mischung aus Kohlenhydraten wie Brot, Kartoffeln oder Getreide, Eiweiß wie Milchprodukten, Fleisch, Fisch oder Eiern und Fett sein. Gemüse nicht vergessen und als süßes „Schmankerl“ Früchte – am besten frisch

Mit dieser Mischung erhält der Körper Alles, was er für ein aktives Leben braucht.

Der Hunger ist gestillt, die Lust auf „Süßes“ reduziert und das Gewicht im Gleichgewicht.

Wer dennoch sich dem Trend der Low-Carb-Fans hingibt, um schnell mal ab zu nehmen, sollte diese Phase zeitlich begrenzen, damit der Körper keinen Mangel an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen erfährt.

Super-Food= Fitness-Food?

Acaibeeren, Kokoswasser, Chiasamen, Gojibeeren, Maca & Co

Super-Lebensmittel, die bis vor einiger Zeit bei uns völlig unbekannt waren und jetzt zu den interessantesten Zutaten der Extraklasse in deutschen Küchen zählen.  Sie liefern eine Vielzahl von wichtigen Inhaltsstoffen, wie Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Die Versprechen sind verführerisch. Fitness, Leistungsfähigkeit, Anti-Aging, Faltenkiller, Gewichtsabnahme u.v.m. Allerdings fehlt eine klare lebensmittelrechtliche Definition dafür und somit steht dem Wachstum auf dem deutschen Markt wenig entgegen. Häufig sind sie teurer als einheimische Kraftpakete.

Doch müssen die Früchte, Beeren, Samen aus Übersee kommen? Gibt es nicht  auch attraktive einheimische Superfoods?

Ja, die gab es schon immer, nur klingen sie halt nicht so spannend. Wer also nicht auf „Fitness, die vom Teller kommt“ verzichten möchte, kann auch auf einheimische Alternativen zurückgreifen.

Beispiele dafür sind:

Heidelbeeren, rote Trauben, Oliven, Rotkohl    anstatt Acaibeeren (Amazonas)

Johannisbeeren anstatt Gojibeeren (China)

Mineralwasser anstatt Kokoswasser (Asien, Südamerika)

Leinsamen anstatt Chiasamen ( Südamerika)

Die Auswahl bietet nur einen kleinen Ausschnitt an „Kraftpaketen“ aus der Natur. Sie   lässt sich beliebig fortsetzen. Wichtig bei der Auswahl: Auf Qualität und auf eine geringe Verarbeitung achten.!

Wer Gemüse – und obstbetont isst, hat den Superfood-Joker bereits eingesetzt!

Wunschfigur ohne Tabletten und Stress

Vogelgezwitscher, Frühlingsdüfte und die ersten warmen Sonnenstrahlen locken nach draußen. Bald ist die Freibadsaison eröffnet und wer möchte nicht da eine Wohlfühlfigur haben und den Winterröllchen ade sagen?

Wie Sie das schaffen? Ganz einfach – starten mit den heißen Tipps

Lernen Sie Ihr Essverhalten kennen. Schreiben Sie drei Tage Essprotokolle: Wann, wie viel, was und warum essen Sie?

Schauen Sie sich Ihre Aufzeichnungen an und überprüfen Sie anhand der hier aufgeführten Regeln, was Sie auf Ihrem Speiseplan ändern sollten, um gesund abzunehmen

Planen Sie Ihren neuen Speisenplan für die erste Woche. Schreiben Sie ganz überlegt einen Einkaufszettel und kaufen Sie nur Lebensmittel ein, die auf diesem Einkaufszettel stehen.Suchen Sie sich Unterstützung bei Ihrem Partner, Familie und Freunden. Vielleicht hat jemand Lust, mit Ihnen zusammen abzunehmen?Fett sparen:

Reduzieren Sie Ihre Fettmenge auf 40g pro Tag (1 Eßlöffel Öl = 10g Fett). Nehmen Sie nicht mehr als 2 Eßlöffel sichtbares Fett täglich.

  • Kochen mit Köpfchen:
    • Sichtbare Fette wie Butter, Margarine und Öle immer mit einem Esslöffel oder Teelöffel abmessen (1 El Öl = 10g Fett; 1 TL Öl = 4g Fett).
    • Dünsten, braten und backen Sie mit wenig Fett.
    • Statt Creme fraiche (30% Fett) verwenden Sie besser saure Sahne (10% Fett) oder Joghurt
    • Ersetzen Sie bei Soßen die Sahne durch Milch.
  • Einkaufen mit Köpfchen:
    • Achten Sie auf die versteckten Fette in Käse, Aufschnitt, Fertiggerichten und Süßigkeiten. Die Nährstoffangaben auf den Verpackungen helfen Ihnen dabei.
    • Bevorzugen Sie Käse bis 40% Fett i.Tr., bevorzugen Sie fettarme Wurstsorten wie z.B. Pute.
    • Nehmen Sie Milch- und Milchprodukte mit 1,5% Fett.
  • Fantasie statt Fett:
    • Setzen Sie reichlich „Grünzeug“ auf Ihren Speisenplan.
    • Wählen Sie Vollkornbrot. Dieses macht schneller satt und hält länger vor. Schneiden Sie die Scheibe Brot dicker, nehmen Sie als Aufstrich Senf, Tomatenmark oder Meerrettich, belegen sie dünn mit Käse oder Wurst und garnieren sie mit Tomate, Gurke oder Möhrenstiften.
    • Schneiden Sie Wurst sehr dünn und schneiden Sie den Fettrand ab.
    • Essen Sie sich satt an Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln.
  • Trinkplan mit Köpfchen:
    • „Tanken Sie auf – Energie statt Völlegefühl“
    • Trinken Sie täglich mindestens 1,5 – 2 Liter Wasser, Schorle, Früchte- und Kräutertees. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke.
  • Genuss in kleinen Mengen:
    • Nehmen Sie nur wenig Süßes, Gebäck und Alkohol zu sich – aber verbieten Sie es sich nicht komplett.
  • Ausreichend Bewegung:
    • Bewegen Sie sich mehrmals täglich. Kleine Bewegungen über den Tag verteilt sind ein guter Anfang.
    • Fahren Sie kurze Strecken mit dem Rad oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus und laufen den Rest der Strecke zu Fuß.
    • Lassen Sie Fahrstühle links liegen und benutzen die Treppe. Bereits 200 Stufen täglich stärken Herz,Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel.
    • Im Büro: Statt ihren Kollegen/ihre Kollegin bei der Arbeit anzurufen oder eine Mail zu schicken, gehen Sie doch die paar Schritte zum nächsten Büro zu Fuß.
    • Im Büro: Richten Sie ihren Arbeitsplatz im Büro so ein, dass Sie zum Kopieren und Ausdrucken ein paar Schritte gehen.
    • Im Büro: Schnappen Sie sich nach dem Mittagessen doch einfach mal ihren Kollegen und machen Sie einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Gehen Sie zügig und atmen Sie tief durch. So verbrennen Sie Kalorien.
    • Suchen Sie sich zusätzlich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht und die sie mehrmals in der Woche ausführen. Suchen Sie sich jemanden, der mit Ihnen Sport treibt, denn in der Gruppe ist es leichter, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Fangen Sie klein an und steigern Sie die Sporteinheiten langsam.